Meine Eltern sind seit 50 Jahren verheiratet. 50 Jahre – eine bemerkenswerte Kennzahl, die zwar nicht unbedingt etwas über Liebe verrät, sehr wohl aber über Beständigkeit. Meine Eltern haben einander damals versprochen, in guten und in schlechten Zeiten zusammenzubleiben, und das haben sie auch geschafft.

In guten und vor allem in schlechten Zeiten zusammenbleiben, dafür braucht es Resilienz, egal ob man einen Menschen, ein Fußballteam oder einen Job liebt. Liebe gibt es nicht nur in Rosarot und Himmelblau, sondern in allen Farben. Manchmal ist sie auch beige, grau oder schwarz.

 

Schwarz sah es mit vielen Beständen während der Corona-Zeit aus. Denn so wie Beständigkeit Resilienz braucht, braucht Resilienz Bestand. Unsere So-billig-wie-möglich- und Just-in-time-Lieferkette hat sich in der Pandemie als nicht sehr resilient erwiesen. Bestände von vielen Medikamenten und kritischen Ersatzteilen waren rasch erschöpft. Wer diese noch hatte, hat meist gutes Geschäft damit gemacht. Noch immer gibt es in manchen Bereichen Lieferengpässe und lange Wartezeiten, und als Resultat ist eine gewisse Lokalisierung zu beobachten.

 

Wie misst man also Resilienz?

Prof. Judith Mangelsdorf hat letzte Woche hier auf LinkedIn Resilienz erklärt als „Waage zwischen den zur Verfügung stehenden Ressourcen und den Belastungen – übersteigen die Belastungen die Ressourcen in kritischem Maße, kippt die Waage.“

 

Um Belastungen standzuhalten, ist es somit ist wichtig zu wissen, welche Ressourcen ich zur Verfügung habe. Wo stehe ich als Unternehmen zwischen Bestandsoptimierung und Resilienz im Krisenfall?

Ich spiele mit der Idee eines Resilienz-Dashboards, das nicht nur meine Ressourcen im Bereich Bestand und Cash abbildet, sondern auch andere Kennzahlen, die die Balance meiner Waage zeigen. Etwa: Wie viele Lieferanten habe ich für kritische Bauteile bzw. Dienstleistungen? Wie hoch ist meine Mitarbeiterfluktuation? Welche Ersatzteile für meine Maschinen müssen immer auf Lager sein?

 

Wie ist das bei euch? Wie „beständig“ ist euer Unternehmen? Unterzieht ihr eure Unternehmensplanungen einem Stresstest, oder habt ihr schon ein Resilienz-Dashboard? Welche nicht messbaren Faktoren beeinflussen aus eurer Sicht die Resilienz eines Unternehmens?

Wie kann ihre Finanzorganisation mehr zur Wertschöpfung beitragen?

 

Unternehmen sind im Wandel. Zahlen sind aus unserem Unternehmensalltag nicht wegzudenken. Wissen Sie ob ihre Finanzorganisation zu ihrem aktuellen Geschäftsmodell passt? Ob sie das operative Business bei der Wertschöpfung bestmöglich unterstützt? Und kennen Sie ihre finanziellen Stärken und Schwächen?