Zahlen lügen nicht.
Dieser Satz trifft mich wie ein Pfeil mitten ins Herz. 💘
Weil er falsch ist.

Wenn ich jemandem von meiner Hashtag#Kennzahlenliebe erzähle, höre ich oft als erste Antwort: "Ach so, du liebst Zahlen, denn Zahlen lügen nicht!"

Autsch autsch autsch! Im Gegenteil: Es wird pausenlos gelogen mit Zahlen! In Plänen, Bewertungen, Bilanzen. Wir alle kennen die populären Fälle - schlag nach bei Wirecard, Signa & Co.

Dazu passt mein Lieblingswitz:
Beim Bewerbungsgespräch bekommt ein Controller die Frage: "Wieviel ist 1+1?"
Antwort des (erfolgreichen) Bewerbers: "Was soll denn rauskommen?"

Das klingt so, als ob wir alle halb-korrupte Zahlenverdreher wären. Nein, sind wir nicht. Die meisten CFOs und Controller, die ich kenne, sind durch und durch integer.

Es gibt aber eine wichtige Wahrheit zu "lügenden" Zahlen: Zahlen sind Konstrukte zur Komplexitätsreduktion. Sie basieren auf Annahmen, Ausschnitten, Weglassungen. Sie sind die Landkarte, nicht die Landschaft.

In unseren Landkarten = Plänen, Bewertungen und Bilanzen basieren maßgebliche Zahlen auf Annahmen, und diese sind gestaltbar, weil sie oft zukünftige Wahrscheinlichkeiten betreffen. Risikofaktoren in Zinssätzen bei Unternehmensbewertungen, Eintrittswahrscheinlichkeiten bei Rückstellungen in Bilanzen, mögliche zukünftige Gewinne in Planungen - alles Annahmen, die oft viel Spielraum lassen. Und manchmal werden diese Landkarten einseitig oder sogar bewusst falsch gezeichnet.

Was habe ich daraus für Konsequenzen gezogen?

- Glaube keiner Zahl, deren Annahmen du nicht kennst und geprüft hast.
- Denk immer daran, dass deine Berechnung keine absolute Wahrheit ist, sondern nur dein Blick auf die Lage.
- Zahlen brauchen Kontext und Kommunikation für eine gemeinsames Verständnis.

Andernfalls führen Zahlen in die Irre. Und im schlimmsten Fall wirst du angelogen und verlierst als Unternehmen oder Anleger dein Geld.

Wurdest du schon mit Zahlen belogen?

Wie kann ihre Finanzorganisation mehr zur Wertschöpfung beitragen?

 

Unternehmen sind im Wandel. Zahlen sind aus unserem Unternehmensalltag nicht wegzudenken. Wissen Sie ob ihre Finanzorganisation zu ihrem aktuellen Geschäftsmodell passt? Ob sie das operative Business bei der Wertschöpfung bestmöglich unterstützt? Und kennen Sie ihre finanziellen Stärken und Schwächen?